5 Tipps für eine wirklich individuelle Trauung

5 Tipps für eine wirklich individuelle Trauung

In den letzten Wochen habe ich in mehreren Facebook-Hochzeitsgruppen gelesen: „Save The Date, Wedding Tree, Wunderkerzen & Co – ich glaube, wir feiern alle die gleiche Hochzeit.“ Es stimmt schon, mittlerweile scheint es (vor allem unter DIY-Bräuten) eine Art Pflichtliste an Produkten und Bastelprojekten zu geben, die unbedingt zu einer Hochzeit gehören. Um die Hochzeit noch individueller zu gestalten. Bei all der Individualität und dem DIY-Stress – wie mainstream wird die eigene Hochzeit eigentlich? Und: Wäre das so schlimm..?

Dass Individualisierung der Megatrend in der Hochzeitsbranche ist, das wurde schon auf dem 1. Deutschen Hochzeitskongress im Herbst 2014 festgestellt. Damals haben wir uns gefragt: Was sind eigentlich die großen Trends für 2015/2016? Die Antwort: Der Trend geht weg vom Trend, wie wir ihn kennen und hin zum Megatrend Individualisierung – ein gesellschaftlicher Megatrend, der uns nicht nur beim Thema Hochzeiten begegnet.

Mal ganz ehrlich: Als Braut kann Dir das alles eigentlich egal sein. Denn Du heiratest ja nur 1x Mal (oder vielleicht zwei, drei Mal, wenn man standesamtliche und kirchliche oder freie Trauung zeitlich trennt oder eben vielleicht doch einen zweiten Versuch startet). Für Dich und Deinen Partner ist es ein Once-in-a-Lifetime-Ereignis. Ob das Erdbeerherz nachmittags zum Kuchen jetzt total out ist oder nicht – wenn es Euch schmeckt, super. Ob alle anderen Insta-Bräute auch diese unfassbar niedlichen Glückteelichter basteln oder nicht – auch das kann Dir theoretisch egal sein, denn auf Deiner Hochzeit kommen ja nur Deine Teelichter zum Einsatz.

Trotzdem: Das Gefühl, dieses und jenes Projekt UNBEDINGT noch umsetzen zu müssen, oder der Gedanke, dass eine Hochzeit ohne ein eigenes Hochzeitslogo nicht persönlich genug sei – das kann schon anstrengen. Zumal mal auf allen Blogs, in allen Magazinen und eben auch allen Facebook-Gruppen immer wieder liest: Heirate doch einfach so, wie Du es willst.

Wie aber so heiraten „wie Ihr es wollt“ und gleichzeitig nicht dem Individualisierungsmainstream verfallen? Wir haben 5 kleine Tipps für Euch zusammengetragen.

 

1. Finde DEINE Spezialität – und setze sie in den Mittelpunkt.

Kein Mensch gleicht dem anderen – und so gleicht auch kein Paar dem anderen. Jedes Brautpaar hat andere Gewohnheiten, einen anderen Musikgeschmack, andere Leidenschaften. Ihr liebt z.B. Euer Sonntagabend-Tatort-Ritual mit selbstgemachtem Eistee und Pizzabrot? Warum reicht Ihr das nicht als Snack am Nachmittag? Ihr spielt leidenschaftlich gerne Tennis? Warum das nicht in den Mittelpunkt stellen?

Fragt Euch, was Euch als Paar besonders und speziell macht – und setzt das in den Mittelpunkt. Zum Beispiel als Hochzeitsmotto, als Grundidee für die Papeterie oder eben auch das Dinner.

 

2. Plane, wie man schreibt – und verzichte auf Überflüssiges.

Ein Sprichwort sagt: Ein Text ist nicht dann perfekt, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann. Das sollte Dein Leitspruch für die Hochzeitsplanung sein. Und nicht „Ein bisschen Basteln geht doch noch“. Überlegt Euch im Vorfeld, was Euch wirklich wichtig ist – und arbeitet da drum herum. Du möchtest z.B. dass die Deko total umwerfend ist? Alles klar, dann mal ran ans Seidenpapier und ab geht’s! Du findest Papeterie am allerwichtigsten? Bitteschön, dann ran an die Designer, mit denen man zusammen tolle Konzepte erstellen kann. Du legst das Hauptaugenmerk aufs Essen? Dann aber bitte mit Kaffee, Kuchen, Candybar und Mitternachtssnack. Klar ist es verführerisch, dies und das noch zu basteln, weil es bei anderen toll aussieht – aber vielleicht ist das dann das „Etwas zuviel“, das aus einem gut durchdachten Konzept ein buntes Sammelsurium macht.

Überlege genau, was die Highlights Deiner Hochzeit sein sollen – und inszeniere diese entsprechend. Verzichte darauf, alles zu überladen.

 

3. Achte auf Deine Umgebung – und pass Dich an.

Unser Farbschema war: Senfgelb, tiefes Rot, sattes Grün und dunkles Blau. Hätte mich das mal einer ein Jahr vor der Hochzeit gefragt – diese Farben hätte ich NIEMALS als Hochzeitsfarben gewählt. Wie kam es aber dazu? Nun, bei der Besichtigung unserer Traumlocation haben wir festgestellt: Hier gibt es ganz viel Holz (juchuuu!) – und gelbe Teller. Auf mein „Naja, zur Hochzeit habt Ihr ja bestimmt auch andere Teller“ gab es nur ein müdes Lächeln. Nein, es gab gelbe Teller. Und zwar NUR gelbe Teller. Damit musste ich mich keine Gedanken mehr über ein maritimes Design oder Pastelltöne machen – denn in der tellergelben Umgebung hätte das einfach nach Murks ausgesehen.

Soll heißen: Schau Dich in der Kirche, der Location, im Standesamt genau um. Welche Farben und Stile sind schon gesetzt? Und dann: Pass Dich an. Ein Vintage-Traum im urbanen Stadtloft? Geht schon. Aber wenn Du Dich ein bisschen anpasst, passt es vielleicht noch viel besser.

 

4. Schau Dich um – und nimm die besten Erinnerungen mit.

Nichts ist so individuell eingerichtet, wie… Eure Wohnung. Auch wenn da vielleicht viele, viele Möbel aus diesem einen, ganz bestimmten Einrichtungshaus stehen – Bilder, Andenken, Dekoartikel etc. machen Eure Wohnung ja erst zu Eurem kleinen Nest. Warum also nicht das auch in Szene setzen? Das Kleid, das Du beim ersten Date getragen hast, kann man wunderbar auf einer Schneiderpuppe in Szene setzen. Oder mit den Fotos aus Euren gemeinsamen Jahren eine Art Empfangswand gestalten. Den Ideen sind da keine Grenzen gesetzt! Insbesondere wenn es beispielsweise ein Verlobungsshooting gab oder Ihr die standesamtliche Trauung vorgezogen habt.

Nimm Eure schönsten Erinnerung in Form von Fotos, Andenken, Kleidung, etc. und inszeniere sie entsprechend – dekoriere mit Erinnerungen.

 

5. Fokussiere Dich auf das Wesentliche – und sag einfach JA.

Ganz ehrlich: Das Wichtigste an Eurem Hochzeitstag ist nicht die Farbe der Servietten oder die Zahl an DIY-Projekten, die fertiggestellt hast. Wichtig ist nur die Liebe und Euer JA zueinander. Also stellt das in den Mittelpunkt – und plant den Rest der Feier drumherum. Häufig wird es die Feier, dann die Trauungszeremonie geplant… diese Reihenfolge ist aber eigentlich nicht richtig, denn wichtiger ist nun mal Euer Eheversprechen.

Überlegt Euch also zuerst, was Ihr Euch versprechen möchtet und wie dieses Versprechen gestaltet wird – egal ob in einer standesamtlichen, einer freien oder einer kirchlichen Trauung. Und passt den Rest der Planung daran an.

Jenny ist die Gründerin von Brautkästchen - außerdem arbeitet sie als freie Traurednerin und Hochzeitsplanerin und hat zusammen mit zwei Freunden den Online-Marktplatz Brautflohmarkt gegründet. Ihr seht schon... sie ist durch und durch verrückt nach Hochzeiten.

Kommentare (2)

  1. Liebe Jenny!

    Das ist ein wirklich wichtiger Beitrag, denke ich. Ich bin ja selbst in der glücklichen Position, bald zu heiraten, und es ist so einfach, sich in der Planung in den vielen wunderschönen Ideen zu verlieren, die man auf Pinterest, Facebook, Instagram und und und findet.
    Auch beim Erstellen unseres Farb- und Dekokonzepts dachte ich zuerst, ich „müsste“ das und das und das auch noch haben, weil ich es gesehen hatte, es mir gefallen hatte…naja, und ich es haben wollte, weil wann, wenn nicht zur Hochzeit?

    Mittlerweile – und es war einiges an geduldigem „Einwirken“ von meinem Herzensmann nötig – haben wir uns auf die Punkte geeignet, die für uns persönliche Bedeutung haben und die auch zu unserer Trauungs- bzw. Feierlocation passen.

    Unsere Hochzeit wird toll – auch ohne Eiswagen, Zigarrenbar, Brautjungfern und Groomsmen (gibt es dafür überhaupt ein deutsches Wort?).

    Liebe Grüße aus Wien,

    Alice

    Alice @ Aliciouslog
    Apr 12, 2016 Antworten
    • Liebe Alice,

      ohhhh ja, Pinterest ist wirklich gemein! Und da gibt es ja tatsächlich viele tolle Ideen. Aber: Dann muss man halt auch mal den ein oder anderen Geburtstag größer feiern, zu Weihnachten ein bisschen was basteln oder vielleicht bei der Taufe des ersten Kindes die ein oder andere Idee umsetzen ;-)
      Ich freue mich, dass Ihr genau DIE Punkte gefunden habt, die zu Euch und Eurer Hochzeit passen. Und ich freue mich natürlich auch, dass Dir der Beitrag so gut gefällt!

      Alles Liebe
      Jenny

      Jenny von Brautkästchen
      Apr 12, 2016 Antworten

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